photorealistic painting

Those works of the paintress Verena Rotky (www.verenarotky.com) came into being in collaboration with me. The following text will introduce you into her concept:

»Je est un autre. I is another.«

As defined by Arthur Rimbaud in his writings of 1871, » […] It is wrong to say: I think; one ought to say I am being thought. [...]« not only the reflection of the other party determines our consciousness/awareness, there not only remains intellectual manipulation, but present technology enables to specify, respectively manipulate, physical existence of mankind from the bottom. It is only then possible for me to appreciate as positive that my personality is specified by the reflection of others, when I am able to regard the other person as a reflection of my authentic self, when I identify myself as spiritual decendant of my granduncle, the painter Carl Rotky. The thought will be a negative one as soon as the individual is defined by the others, especially when that means manipulation of emotional and physical images. Diversity and characteristics are the means of universal unity. Nature itself, the landscape itself, does not contain any straight line, any artificial composition – its beauty can exclusively be seen in apparent disarrangement. That might be referred to human beings, as well. If you want to refer those ideas to my oeuvre it represents the following scene: the landscape of my granduncle – in reminiscence of his nature - is located in the background of the painting. The present, and with it my artwork, is put in the foreground. The „imperfect“ person cut out in the foreground as in a setting, reminiscence of nature, landscape and its viewer, is perfect in her incompletion, in her fortunate diversity.

Verena Rotky

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»Ich ist ein Anderer« oder über die Inexistenz des Endlichen

Ganz im Sinne Arthur Rimbauds der 1871 schrieb: »[...] Es ist falsch zu sagen: Ich denke. Man müsste sagen: Ich werde gedacht. [...]« bestimmt nicht nur die Reflektion des jeweils anderen unser Bewusstsein, es bleibt nicht mehr nur bei einer geistigen Manipulation, sondern mithilfe der Technologie der Gegenwart wird es möglich gemacht das körperliche Sein des Menschen von Grund auf zu bestimmen, bzw. zu manipulieren. Den Gedanken, dass sich das eigene Wesen über die Reflektion der anderen zusammensetzt, als etwas Positives wahrzunehmen ist mir nur möglich, wenn ich den anderen als eine Spiegelung meines authentischen Selbst zu betrachten imstande bin, wenn ich es beispielsweise als erfüllend empfinde als geistige Nachfahrin meines Großonkels, des Malers Carl Rotky wahrgenommen zu werden. Negativ wird der Gedanke sobald sich der/die Einzelne über die Definition der anderen bestimmen lässt, und erst recht, wenn es sich dabei schließlich um die Manipulation seelischer und körperlicher Vorstellungen handelt. Denn nur in der Vielfalt und Eigenheit liegt eine universelle Einheit! Die Natur selbst, die Landschaft beinhaltet keinerlei gerade Linien, keine künstliche Beschaffenheit, sondern ihre Schönheit liegt ausschließlich in ihrer scheinbaren Unordnung. Ebenso auf den Menschen bezogen. Denn eine Entwicklung des Menschen, der Wille sich zu verbessern und daran zu wachsen, liegt nur in seiner/ihrer ewigen „Fehlerhaftigkeit“ und Unvollständigkeit. Auf die Idee der Werke bezogen bedeutet das für mich nun, dass sich eine Landschaft meines Großonkels, im Rückblick und in der Erinnerung an sein Wesen, im Hintergrund befindet, die Gegenwart und mit ihr meine künstlerische Beschaffenheit den Vordergrund beherrscht. Die „imperfekte“ Person, ausschnitthaft im Vordergrund, wie direkt vor einer Fotolinse, wie vor einer Kulisse, als eine Erinnerung an Natur, an eine Landschaft und ihren Betrachter, ist in ihrer behaupteten Unvollständigkeit, in ihrer glücklichen Vielfältigkeit vollkommen.

Verena Rotky